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&
gitarrist


Torge Braemer M.A.









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Francisco Tárrega Eixea (1852 - 1909)


Das Tárrega Jahr 1909

Ein Todestag ist ja eigentlich kein Grund zur Freude - aber schon eine Zeit der Erinnerung. Da das nächste runde Geburtstagsjubiläum von Francisco Tárrega noch lange hin ist, nehme ich das "Tárrega Jahr 2009" zum Anlass, hier einige Fotos und biografische Details über ihn bekannt zu machen.
......................................................................................................................................................................... Tárrega: Hier irgendwo in einem Nachbarhaus am Platz Pascual in Vila-real brachte mich meine Mutter zur Welt.Der spanische Ausnahmemusiker Francisco Tárrega wurde am 21. November 1852 um 4.00 Uhr morgens in Vila-real geboren...

Tárrega: Hier habe ich mit meiner Frau María, meinem Sohn Paquito, meiner Tochter Marieta und meinem Bruder Vicente gewohnt.
Tárrega Briefmarke





...und starb vor hundert Jahren am 15. Dezember 1909 um 5.00 Uhr morgens in Barcelona in der Straße Valencia 234.
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Curriculum Vitae  - Francisco Tárrega Eixea  
(bis 1881)
Tárrega: Wo sind denn bloß meine Cigaretten?
Geburtstag:   21. November 1852                                                                         
Geburtsort:    Vila-real
Postadresse: Castellón, Calle Morería Nº 6

Berufe:          Konzertgitarrist, Gitarrenlehrer, Komponist


Studium:

1860– 1862:  Gitarrenunterricht in Castellón bei Manuel González (genannt «El ciego de la Marina»)

1860 – 1862: Klavierunetrricht beim blinden Salonpianisten Eugenio Ruiz

1862:            Umzug nach Barcelona, um Gitarrenunterricht bei Julian Arcas zu nehmen

1862 – 1867: Unterricht bei verschiedenen Lehrern, Schulchor

1867:           Studienaufenthalt im Palast des Prinzen Parcent in Valencia

1874-1877:   Musikstudium im Real Conservatorio in Madrid: Klavierunterricht bei Miguel Galiana,
                   Harmonielehre bei Rafael Hernando und Tonwortlehre bei José Gainza



Berufserfahrung:

1862:          Spontane Aufführungen als Straßenmusikant in verschiedenen Lokalitäten in der Innenstadt und
                  im Hafenviertel von Barcelona


1865:          Fröhliches Musizieren als Tramp mit verschiedenen Musikerfreunden in Valencia

1867:          Ernste Musik als Hofmusiker beim Grafen Parcent in Valencia

1868:          Klavier Salonmusik und Gitarrenkonzerte in Burriana, Vall d´Uixó, Nules, Moncofa, Segorbe,                                     Vinaroz und anderen Orten in der Umgebung von Castellón.

1869:         Pianist im Casino in Burriana

1877:         Gemeinschaftliches Konzert mit internationalen Musiker im Theater Alhambra in Madrid (als                                      einziger Konzertgitarrist)

1878:         Privatkonzert in Barcelona für den Verein "Latorre"

1879:         Poetisches Konzert mit dem Dichter José Martí in Madrid

1879:         Verschiedene Gitarrenkonzerte in Alicante

1880:         Poetische Konzerte mit dem phillipinischen Dichter Paterno

1880:         Gitarrenkonzerte im Covent Garden in London
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Tarrega: Ganz schön warm hier!
Ein freies aber tragisches Künstlerleben

1881 heiratete Tárrega die Valencianerin María Rizo. Sie bekamen vier Kinder, von denen zwei überlebten: Paquito und Marieta. Ab 1885 lebten sie mit Tárregas jüngstem Bruder Vicente in Barcelona. Vicente war als Geiger im Liceo angestellt.

1915 bedauerte der spanische Komponist Tomás Bretón in einem Nachruf, dass Tárrega keine Professorenstelle an einer Musikhochschule bekam. Der von Natur aus zurückhaltende Gitarrist musste sein Leben lang als "Freelancer" arbeiten. Musikschulen für Gitarristen, die einen geregelten Unterricht und damit feste Einnahmen garantiert hätten, gab es nicht.

Tárrega: Hier in Castellón hat mich der Bildhauer Ribalta verewigt...
Tárrega schien äußerlich sehr ruhig zu sein, innerlich jedoch stand er ständig unter Strom. Er war sehr gestresst und rauchte zu viel. Einige Jahre vor seinem Tod wurde er schwer krank und erlitt einen Schlaganfall, von dem er sich nur langsam erholte. Die Einnahmen durch Konzerte blieben eine Zeit lang aus.

Um die Familie versorgen zu können, verkaufte Tárrega seine Kompositionen an Verlage. 1902 als erstes Werk das "Capricho Árabe", das zusammen mit "Recuerdos de la Alhambra", der "Gran Jota" und den Variationen "Carnaval de Venecia" zu seinen größten Werken zählt. Neben zahlreichen Etüden und Prelüdien wie das populäre "Lágrima" komponierte Tárrega kleine unterhaltsame und fröhliche Stücke im Stil der Habanera, des Walzers, der Mazurka und der Polka. Besonders bekannt wurden der "Tango María", der "Gran Vals" (Nokia Klingelton), die Mazurka "Marieta" und die Polka "Rosita".

Während des Studiums in Madrid wohnte Tárrega einige Zeit mit dem Medizinstudenten Armengot in einer Wohngemeinschaft. Der Mitbewohner wurde später der Patenonkel der ersten Tochter María Josefa, die schon kurz nach der Geburt starb. Auch die letzte Tochter Concepción starb im Kindesalter. Diese schmerzhaften Grenzerfahrungen beeinflussten den Familienvater in seiner schöpferischen Arbeit. Der Freund Armengot hörte Tárregas Musik und berichtete betroffen und ergriffen vom Schweremut einiger seiner Werke: "Seine Präludien sind Motive tiefster Traurigkeit, Akzente der Verzweiflung, ein Echo von Schmerzen, das die Seele ergreift."

Tárrega: Äh, bei der Königin gab´s mal wieder nur kalten Kaffee!Sein Schüler Miguel  Llobet bekannte sich in einer Denkschrift zu seinem Lehrer und Freund Tárrega. Er lobte ihn: „Mit ihm hat die Gitarrenwelt die eminenteste Figur verloren, die beste aller Zeiten und aller Generationen." Er begründete seine Äußerung mit Tárregas bahnbrechenden Qualitäten als Interpret und seinen kompositorischen Fähigkeiten. „Er öffnete neue Horizonte und entwickelte eine Reihe von Effekten und Klängen, die so unbekannt waren, dass deswegen das Instrument auf eine ganz außergewöhnliche und kultivierte Weise klang."

Tárrega machte viele Konzertreisen vor allem durch Frankreich. Er spielte aber auch in London, Algier und in vielen italienischen Städten. Einladungen in die USA und nach Sankt Petersburg folgte er nicht. Der Gitarrist suchte den direkten Kontakt zum Publikum und mied die Anonymität der großen Konzertsäle. Ein Konzert im  großen Musiktheater Liceo sagte er mit der Begründung ab, dass das dortige Publikum seine Kunst nicht verstehen würde. Stattdessen gab er im Milchladen eines Bekannten für seine Freunde ein willkommenes Konzert.

Seine bekannteste Zuhörerin war Isabell II.. Die Gitarrenmusikliebhaberin lud den bescheidenen Musiker für ein Vorspiel in ihren Exilpalast in Paris ein. Dort musste Tárrega allerdings wie alle anderen Gäste auch, den Kaffee kalt trinken, denn die spanische Königin konnte keinen heißen Kaffee vertragen.
Tarrega: Das ist meine linke Hand!

Tárrega plante, eine Lehrmethode für die klassische Konzertgitarre zu schreiben, was ihm aber nicht mehr gelang. Seine Schülerin Josefa Robledo erklärte in einem Interview, was sie unter der "Schule Tárregas" verstand:

"Der vertraute Einklang des Maestros mit den hervorragendsten Schülern hat das, was man die Schule Tárregas nennt hervorgebracht. Diese Verbundenheit ist der Beginn eines adäquaten Weges, der die natürliche Form des musikalischen Ausdrucks des Maestros entfatltet und weiterträgt. Der Anfang dieser Entwicklung ist ein fundamentaler Markstein in der Evolution der Gitarre."
Tarrega: Das Montmatre von Vila-real...

Am 15. Dezember 1909 starb Tárrega in Barcelona. Am 18. Dezember 1915 wurde er exhuminiert und nach Castellón gebracht. Am 28. Januar 1961 wurden seine Überreste auf demselben Friedhof noch einmal umgebettet und finden seitdem unter einem monumentalen Grabmal Ruhe.