"Schallökologie" bezeichnet im weitesten Sinne eine besondere Art des Umweltschutzes.
Jeder weiß, was "Umweltschutz" oder "Klimaschutz" ist. Fast alle Menschen setzen sich auf irgendeine Art und Weise für unsere Umwelt ein - für Tiere, für Pflanzen oder für das Klima.
Ein Schallökologe ist jemand, der den Schall verstehenund unsere akustische Umwelt schützen will. Diese Orientierung hin zum Schall findet verständlicherweise zuerst mit dem Hören statt und danach mit dem Sehen. Es kommt so zu einer Sensibilisierung des Gehörs. Außerde mentstehen neue Sichtweisen in Bezug auf ökologische und auch soziale Phänomene, die ja in unserer Welt häufig nur oberflächlig visuell und frontal betrachtet werden.
Biologen beschäftigen sich mit der akustischen Umwelt. Sie untersuchen akustische Nischen von Tieren und Pflanzen, um sie zu verstehen und zu schützen.
Es gibt Architekten, die sich überlegen, wie man am besten Schallmauern oder ähnliches konstruiert. Indem sie die Menschen vor Lärm schützen, schützen sie sie vor Gesundheitsschäden. Der unangenehme Schall wird ausgegrenzt. Insofern setzen auch sie sich für die Schallökologie ein.
Akustiker besinnen sich weniger auf die Ökologie oder Soziologie des Schalls. Ihr Fachgebiet ist die Physik des Schalls, nicht aber der Schutz. Der Schall wird von Ihnen nur analysiert, um dann wissenschaftliche Ergebnisse zur Verfügung stellen zu können. Akustiker sind immer eine gute Adresse für Pädagogen und alle anderen, die schallökologisch arbeiten.
Wenn sich Musikwissenschaftler mit der Schallökologie beschäftigen, entstehen neue Sichtweisen, neue Begriffe. Weltweite Projekte wie das "
World Soundscape Project" wurden schon in den 60er Jahren initiiert. Selbst
Institute für Musikgreifen das Thema seit langem auf und argumentieren mit der "
auditiven Wahrnehmungserziehung". Auch Neue Musik bekommt neue Anregungen.
Pädagogen entwickeln einen neuen Umgang mit Schall. Sie wollen nicht nur vor Lärm schützen sondern setzen sich für Schall ein, indem sie Menschen dafür sensibilisieren und "Lärm" oder "Krach" vom "Klang" unterscheiden. Sie entwickeln
pädagogisches Material, wie Spielkonzepte, akustische Schnitzeljagden, Hörreisen und Klangbilder.
Wer sich mit Schall auf diese oder andere Arten beschäftigt, muss sehr bedacht vorgehen, denn akustischePhänomene lassen sichnicht so einfach begreifen wie das, was mir mit den Augen sehen. Also immer gut hinhören!